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Allergien - Hausstauballergie
Grundsätzlich ergeben sich zwei Möglichkeiten, gegen die Hausstaubmilbe vorzugehen: einen Kontakt mit ihren Ausscheidungen zu verhindern oder sie selbst zu vernichten.
In der Vergangenheit wurde häufig als erste Maßnahme zur Sanierung des Bettes eine Schaumstoffmatratze angeschafft, in der Hoffnung, die Milben würden diese weniger lieben als eine Federkern- oder Rosshaarmatratze. Leider machen Milben hier keinen Unterschied, und Gleiches gilt auch für die Besiedlung von Kopfkissen und Oberbett: Egal, was drin ist - Milben machen
sich breit.
Eine Lösung aus allergologischer Sicht stellt das Umhüllen (engl. "Encasing") von Matratze, Kopfkissen und Oberbett mit einem Bezug dar, der die Allergene im Inneren zurückhält. Dieser sollte aber wasserdampfdurchlässig sein, damit nicht als Nebeneffekt etwa Schimmel entsteht.
Bezüge sollten idealerweise auch die folgenden Eigenschaften haben:
- Sie müssen die Matratze völlig umschließen.
- Ihre Nähte sollten verschweißt oder vernäht sein.
- Sie müssen bei 60 Grad waschbar sein und die Milbendichtigkeit trotz regelmäßiger Wäsche (alle drei Monate!) behalten.
- Sie sollten aus wiederverwertbarem Material bestehen.
Milbenvernichtungsmittel haben sich allenfalls für den "Siedlungsraum
Fußboden" bewährt, nicht für den "Milbenwohnraum Bett". Bei der Verwendung
von Acariziden auf Teppichböden etwa konnte eine Reduktion der
Hausstaubmilben nachgewiesen werden. Voraussetzung für den langfristigen
Erfolg: regelmäßige Anwendung, mindestens alle drei Monate, denn die Milben
besiedeln den Boden nach kurzer Zeit erneut.
Chemische Reinigungsverfahren für hausstaubmilbenbelastete Materialien
basieren auf Benzylbenzoat und Tanninsäure. Angeboten werden Produkte in
Pulver-, Schaum- sowie in flüssiger For m. Sie sind wirksam und können die
Milben auch nach einmaliger Anwendung abtöten. Der Tod der ungebetenen
Mitbewohner allein bedeutet aber noch nicht ein Verschwinden der Allergene,
die sich ja weiterhin etwa im Teppich befinden können. In Schlafräumen
sollten Sie deshalb eine radikale Lösung ins Auge fassen: die komplette
Entfernung des Teppichbodens. Auf einem Holzboden, der leicht zu reinigen
ist, haben Milben keine Chance.
Klimaverschlechterung für Milben herbeiführen - aber dabei nicht
übertreiben!
Die Milbe liebt Temperaturen über 20 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit
über 55 bis 60 Prozent. Bei einer Raumtemperatur von 25 Grad wird Ihre
Wohnung in Milbenkreisen als Geheimtipp gehandelt! Senken Sie also die
Temperatur in Schlafräumen unter diese Marke, aber übertreiben Sie hierbei
nicht, denn sonst kann es passieren, dass Kondenswasser entsteht, und das
wiederum würde eine weitere Allergenquelle freuen: den Schimmelpilz. Ziel
der Temperaturabsenkung sollte nicht der Kältetod der Milbe sein, sondern
nur deren Umzug an einen anderen, möglichst entlegenen Ort.
Ratschläge für Schlaf- und Kinderzimmer:
- Latex- und Schaumstoffmatratzen sind gut, aber nicht ausreichend. Deshalb:
Matratzen mit einem milbenallergendichten Überzug verschließen! Gleiches
gilt für Kopfkissen und Oberbett. Doppelbetten komplett einhüllen!
- Achten Sie auf ausreichende Lüftung unter Matratze und Bett!
- Reduzieren Sie Kuscheltiere im Bett, oder verwenden Sie nur solche, die
waschbar (60 Grad) oder aus allergendichtem Material sind! Tipp: Legen Sie
Stofftiere ins Eisfach! Milben sind sehr temperaturempfindlich; eine Nacht
in der Tiefkühltruhe überleben sie nicht.
- Bevorzugen Sie bei der Einrichtung des Schlaf- und Kinderzimmers eine
wischbaren Fußboden gegenüber einem Teppichboden!
- Verwenden Sie keine Luftbefeuchter, sondern achten Sie auf regelmäßiges
Lüften (5 bis 10 Minuten)! Ideal ist ei ne Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und
55 Prozent! (Eine Hydrokultur ist unproblematisch.)
- Rauchen Sie auf keinen Fall in der Wohnung!
- Um zu verhindern, dass eine Allergie gegen Hausstaubmilben sich ausweitet
(was häufig passiert), ist es auch ratsam, sowohl auf das Halten von
Haustieren als auch auf Pflanzen (wie gesagt: Ausnahme Hydrokultur) im
Kinderzimmer zu verzichten.
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